Das neue Regenwassersystem für den Krupp-Park und das ThyssenKrupp Quartier ist ab sofort in Betrieb. Oberbürgermister Reinhard Paß hab am 12. Mai den offiziellen Startschuss. Damit wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Krupp-Gürtels gesetzt. Möglich wurde das Projekt durch die Kooperation der Akteure Grün und Gruga Essen, Stadtwerke Essen, ThyssenKrupp und Emschergenossenschaft.
14.000 Kubikmeter Wasser fasst der See im Krupp-Park. Dieser wird ab sofort auch durch Regenwasser gespeist, das von den Dächern des ThyssenKrupp Quartiers abgekoppelt und im Park aufgefangen wird. Über einen eigenen Kanal fließt es in den See, von dort zum Borbecker Mühlenbach und gelangt so zurück in den natürlichen Wasserkreislauf. Im Park wird der Regenwasserkanal als gestalterisches Element genutzt: Der offene Wassergraben, durch den das Regenwasser in den See geleitet wird, ist Teil des öffentlichen Kanalisationsnetzes.
Die Grundlage für den Erfolg des Projektes haben die Stadtwerke Essen mit ihrem Kanalisationskonzept für den gesamten Krupp-Gürtel geschaffen. Sie durchziehen das gesamte Areal mit einem neuen öffentlichen Abwassersystem und realisieren ein sogenanntes „modifiziertes Mischsystem“. Schmutzwasser und verschmutztes Regenwasser werden abgeleitet, sauberes Regenwasser wird über öffentliche Regenwasserkanäle wieder dem Wasserkreislauf zugeführt.
Dietmar Bückemeyer, Technischer Vorstand der Stadtwerke Essen AG: „Für uns ist das Regenwassersystem des Krupp-Parks eine hochinteressante Baumaßnahme. Die nahezu 20 Millionen Euro Gesamtinvestition für die Ver- und Entsorgung machen deutlich, um welch umfangreiches Projekt es sich beim Krupp-Gürtel handelt.“ Das neue Kanalsystem ist mit einem Stauraumkanal und einer Drosseleinrichtung ausgestattet, die die Integration von Wasser als sichtbares Element im Krupp-Park erst ermöglicht hat.
Das neue Kanalsystem ist aber nicht nur eine Chance für die Integration von Wasser im Krupp-Park gewesen. Es unterstützt auch den ökologischen Umbau des Emschersystems. Der Überlauf des Krupp-Sees führt über einen Reinwasserkanal in den nahegelegenen Borbecker Mühlenbach, der ein Zulauf der Emscher ist und, wie die Emscher selbst, umgestaltet wird. Das saubere Regenwasser kommt so der Emscher zugute und das Abwassersystem wird vom Regenwasser entlastet.
Gleichzeitig stützt das Projekt so die Ziele der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“. Im Oktober 2005 haben die Stadt Essen sowie die anderen16 Emscherstädte sich gemeinsam mit der Emschergenossenschaft und dem Umweltministerium NRW das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 im Einzugsbereich der Emscher 15 Prozent des Regenabflusses von der Kanalisation abzukoppeln.
Der Umbau des Emschersystems ist vor allem für den Essener Norden eine große Chance. Durch den ökologischen Umbau der Emscherzuläufe entstehen hier städtische Freiräume von neuer Qualität. Wohn- und Gewerbeumfelder im Essener Norden werden aufgewertet oder entstehen neu. Hochwertige Erholungs- und Lebensräume werden geschaffen. Im Krupp-Gürtel wird besonders deutlich, wie die Erlebbarkeit von Wasser den Lebens- und Freizeitwert des Gebietes enorm verbessert.

Über den Düker gelingt das Regenwasser von den Dächern des ThyssenKrupp Quartiers in die Wassermulden des Parks.

Für den Erfolg des Projektes und seine Vorbildfuntion erhielten die Stadt Essen und ThyssenKrupp die Auszeichnung "Wasserzeichen" von der Emschergenossenschaft.